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Unsere Antworten auf häufige Fragen

10. Februar 2012 – Wir haben für Sie folgend die wichtigsten Fragen zum Thema «Brennstoffstabbeschaffung in Russland» zusammengestellt und sie beantwortet.

Wie kann Axpo weiter Uran beziehen, wenn Menschen unter der Produktion von Beznau-Brennstoff leiden?

Axpo hat die Produktionsabläufe und deren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt untersucht. Axpo konnte keinen Beleg dafür finden, dass die heutigen Produktionsprozesse tatsächlich wie von Greenpeace behauptet, immer noch Grenzwerte verletzen. Die heutigen Produktionsprozesse entsprechen international akzeptierten Vorschriften, erfüllen die gesetzlichen Anforderungen und verletzen nach Axpo vorliegenden Erkenntnissen keine Grenzwerte: Die internationalen Aufträge (USA, EU, Japan) für Majak helfen, Sanierungsmassnahmen zu finanzieren und die Situation der dort lebenden Bevölkerung zu verbessern.

Sie behaupten, es gäbe keine Überschreitung von Grenzwerten und deshalb keine Belastung von Mensch und Umwelt. Dabei hat doch gerade Greenpeace mit Messungen bewiesen, dass die Grenzwerte am Fluss Techa verletzt werden.

Greenpeace hat die Messwerte Axpo zur Verfügung gestellt und wir haben sie in unsere Untersuchung integriert. Wir liessen die Messungen von zwei unabhängigen Instituten prüfen – beide kamen zum gleichen Ergebnis: Die Messungen von Greenpeace beweisen das Gegenteil. Es wurden keine kurzlebigen Nuklide festgestellt, deshalb sind die gemessenen Stellen mit zu hoher Strahlung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Folge der Altlasten.

Aber Sie schreiben selber, dass es offene Industrie-Becken gibt – das wäre doch in der Schweiz nicht denkbar!

In Majak werden tatsächlich Entsorgungspraktiken angewandt, die aus heutiger Sicht umstritten sind. In Majak werden schwach- und mittelaktive flüssige Abfälle in offenen, wenn auch in einem weiträumigen Sperrgebiet von der Bevölkerung abgeschirmten und von den öffentlichen Gewässern strikt getrennten «Industriebecken-System» gelagert. Dieser Prozess entspricht den russischen Vorschriften  und führt zu keiner aktuellen Beeinträchtigung von Mensch und Umwelt.

Stand das Resultat der Untersuchungen nicht von Anfang an fest, weil sich Axpo einen Ausstieg gar nicht leisten kann?

Es wurden zahlreiche internationale Quellen, Berichte, Analysen und Gutachten analysiert und beigezogen, die meisten davon unabhängig von den Betreibern. Wir haben auch mit den Betreibern der Anlagen gesprochen, mit dem Mutterhaus Rosatom, mit Behörden, aber auch mit Greenpeace und russischen Umweltorganisationen. Zusätzlich wurde zahlreiche verfügbare internationale Quellen ausgewertet. Wir haben uns bemüht, ein möglichst klares Bild zu erhalten. Die Kosten eines Ausstiegs standen dabei nie im Vordergrund.

Müsste nicht das BFE eine solche Untersuchung organisieren und dann allenfalls die KKW-Betreiber zwingen, aus Russland auszusteigen?

Axpo hat das BFE über alle Schritte informiert. Es bestehen auch Kontakte, um allenfalls einen Besuch der Anlage Majak auf der politischen Ebene zu ermöglichen, falls das erfolgsversprechender wäre. Axpo wird Bemühungen auf Bundeseben aktiv unterstützen.

Ist der vorläufige Verzicht auf Majak-Uran nicht scheinheilig?

Der vorläufige Verzicht auf Uran aus Majak entspricht unserer Überzeugung, dass wir von unseren Lieferanten und Unterlieferanten grösstmögliche Transparenz einfordern wollen. Es war und ist für uns unbefriedigend, dass wir die Anlage in Majak nicht besuchen konnten.

Warum hat Axpo sich nicht früher um die Lieferkette des Urans aus Majak gekümmert?

Axpo bezieht den Brennstoff vom französischen Konzern Areva, dieser wiederum von der russischen Firma MSZ Elektrostal. Axpo war grundsätzlich immer informiert und kontrollierte auch die Produktionsbedingungen. Nicht klar war uns jedoch, dass zu rund 8 Prozent auch noch Material aus der Anlage Majak in die Produktion einfloss.

Die Erforschung der äusserst detaillierten Stoffflüsse in der Herstellung von Brennelementen hat ein allgemeines Problem der Transparenz aufgezeigt, das auch viele Artikel in der Konsumgüter-Industrie betrifft. Durch die globalisierten Produktionsprozesse ist es heute oft sehr schwer feststellbar, welche Komponenten zum Beispiel in täglichen Gebrauchsgütern wie Handys oder Autos enthalten sind (z.B. seltene Erden) und wie die entsprechenden Gewinnungsprozesse ablaufen. So haben wir gelernt, dass Majak-Isotope auch in Gebrauchsgütern stecken – ohne dass man davon etwas weiss. Denn abgesehen von der Herstellung von Brennstoffen für russische und ausländische Kunden produziert Majak heute auch Radioisotope, unter anderem für Krebsbehandlungen, Computer-Tomographien und Brandmelder. 90 Prozent der Produkte werden weltweit exportiert, auch in die Schweiz.

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